Wie lassen sich Kinder für Technik begeistern?

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Den MINT-Fächern kommt heute viel mehr Beachtung zu, als noch vor einigen Jahrzehnten. Bieten die Naturwissenschaften, das Ingenieurswesen und die Informatik heute hervorragende Zukunftschance, während sich die „irgendwas mit Medien“-Hype (glücklicherweise) wieder gelegt hat. Wie aber lassen sich Kinder überhaupt für Technik begeistern?

Naturwissenschaften begreifbar machen

Kinder haben eine natürliche Entdeckerfreude und stellen gerne hunderttausend Fragen. Hier ist es schon sehr hilfreich, wenn die Eltern Auskunft geben können und nicht nur mit „Keine Ahnung“ abblocken – seien es die altbekannte Fragen danach, warum der Himmel blau ist oder wie das Flugzeug fliegen kann. Gerade im Haushalt lassen sich einfache physikalische und chemische Vorgänge beobachten, die dazu beitragen, die Neugierde des Kindes zu wecken: Warum blubbert das kochende Wasser und steigt als Dampf auf? Wie kommt die Musik ins Radio und von dort in die Wohnung? Was geschieht konkret, wenn die aufgeschürfte Haut am Knie zuheilt?

Speziell auf Kinder ausgerichtete Bücher erklären in einfacher Sprache naturwissenschaftliche Phänomene und laden zum Experimentieren ein. Eltern können hier gut nachhelfen, in dem sie dem Kind entsprechende Hilfsmittel kaufen – seien es die guten alten Baukästen von Fischer Technik oder das einfache Chemielabor für Kinder.

Passende Vorbilder finden

Während Wissenschaftler in anderen Ländern oft echte Stars sind, werden sie in Deutschland kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen und wenn, nur als „verrückte Spinner“, die im Labor vor sich her tüfteln. Es lohnt sich daher, Kinder mit berühmten Wissenschaftlern bekannt zu machen, die oft ein außergewöhnliches Leben führten und spannende Abenteuer erlebten: Alexander von Humboldt, der als Naturforscher in Südamerika oft Kopf und Kragen riskierte, oder der serbischstämmige Amerikaner Nikola Tesla mit seinen im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubenden elektrischen Experimenten. Dass sich auch Frauen nicht vor ihren männlichen Kollegen verstecken mussten, bewiesen unter anderem Marie Curie und die Astronomin Henrietta Swan Leavitt. Und auch heute noch gibt es viele bewundernswerte Wissenschaftler wie den seit Jahren an den Rollstuhl gefesselten Physiker Stephen Hawking, die Biologin Jane Goodall und den in den USA wie ein Popstar gefeierten Astrophysiker Neil deGrasse Tyson.

Ausflüge befördern die Phantasie

In den letzten Jahren entstanden immer mehr naturwissenschaftliche Museen, die vor allem auf die kinderliche Experimentierfreude zugeschnitten sind, wie das Universum Bremen, das Darwineum in Rostock und das Odysseum in Köln. Anders als frühere Museen mit ihren Ausstellungskästen laden diese Erlebnismuseen konkret zum Anfassen und Ausprobieren ein – und bieten Kindern so viel Spass und Antworten auf wissbegierige Fragen. An den meisten deutschen Flughäfen sind beispielsweise auch Führungen mit einem Blick hinter die Kulissen möglich – perfekt für kleine Flugzeugfans.

Allerdings sollte stets darauf geachtet werden, dass die Kinder wirklich Spaß und Interesse an den jeweiligen Ausflugszielen haben und sich auch zuhause gerne mit der Materie beschäftigen. Hat das Kind so gar kein Interesse an Physik oder Chemie, sollte es ihm auch nicht aufgezwungen werden – dies führt häufig nur zu einem lebenslangen Widerwillen.

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