Wenn Kinder unter Kopfschmerzen leiden

Kind-Kopfschmerzen

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Kinder, die unter Kopfschmerzen leiden, verdreifacht. Selbst Dreijährige beklagen sich schon, dass ihnen der Kopf weh tut und in der Grundschule klagen sogar zwei Drittel der Kinder über regelmäßige Spannungskopfschmerzen. Eltern greifen dann gerne zu den gleichen Schmerzmitteln, die sie selbst einnehmen – dabei wäre es oft sinnvoller,

nach psychischen Ursachen für die Kopfschmerzen zu suchen.

Stress und Ängste führen zu Kopfschmerzen

Schon Grundschüler stehen heute unter starkem Leistungsdruck um nur ja die ersehnte Qualifikation für das Gymnasium zu schaffen. Dazu kommen dicht getaktete Freizeitaktivitäten wie Sportvereine, Musikinstrumente und ähnliches, die Hausaufgaben und Zeit im Familienkreis. Kein Wunder, dass viele Kinder unter Stress leiden oder Angst haben, den Ansprüchen der Eltern nicht zu genügen.

Vielfach nimmt es den Kindern schon eine große Last von den Schultern zu wissen, dass ihre Eltern sie bedingungslos lieben – auch wenn es am Ende „nur“ für die Realschule reicht oder in einem Fach eine Fünf geschrieben wird. Auch sollte der Freizeitstress einmal gründlich überprüft werden und die Zahl der Hobbys so reduziert werden, dass auch noch Zeit zum Faulenzen bleibt. Eltern sollten zudem beachten, dass sich das Kind oft gar nichts weiter wünscht, als am freien Sonntag mit ihnen auf dem Sofa zu kuscheln und einen Film zu gucken, statt durch „interaktive Museen mit erlebnispädagogischem Hintergrund“ gezerrt zu werden.

Bewegung und frische Luft sind wichtig

Viele Kinder kommen heute aus der Schule nach Hause und sitzen wieder am Schreibtisch über den Hausaufgaben und anschließend im Sessel vor der Spielkonsole. Oft sogar stundenlang in der gleichen Position, wodurch sich die Nackenmuskeln verspannen und Kopfschmerzen ausgelöst werden. Was für Erwachsene gilt, die den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch sitzen, gilt für Kinder umso mehr: Bewegung ist wichtig – am besten in der frischen Luft. Zeit zum Herumtoben im Garten oder bei einem Spaziergang muss sein. Auch abends sollte noch einmal eine Weile herumgetobt werden, damit das Kind ermüdet und körperliche entspannt ins Bett geht.

Regelmäßiger und ausreichender Schlaf spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für die Gesundheit, denn Schlafmangel führt zu Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen. Eltern, die erst spät von der Arbeit nach Hause kommen und das Kind dann bis neun oder zehn Uhr wach halten „um Zeit mit ihm zu verbringen“, sollten lieber ihr eigenes Arbeitspensum überdenken, statt dem Kind wichtigen Schlaf zu entziehen.

Ohne gesunde regemäßige Mahlzeiten geht es nicht

Kein Kind sollte ohne Frühstück aus dem Haus gehen oder zwischen Schule und Hobby die Mittagsmahlzeit versäumen. Wird über einen zu langen Zeitraum nichts gegessen, sinkt der Blutzuckerspiegel in den Keller und es kommt zu Kopfschmerzen. Wichtig ist auch regelmäßiges Trinken, denn der Körper braucht täglich zusätzliches Wasser um ordentlich zu funktionieren und reagiert mit Kopfschmerzen auf Dehydration. Dass es sich hierbei um gesundes Wasser handeln sollte und nicht um gezuckerte Säfte oder Soft Drinks, versteht sich von selbst.

Braucht das Kind eine Brille?

Eine weitere oft übersehende Möglichkeit ist die Fehlsichtigkeit: Leidet das Kind an einer nicht erkannten Sehschwäche, muss es sich extrem stark konzentrieren um das Geschriebene an der Tafel oder in den Schulbüchern lesen zu können. Diese dauerhafte Überanstrengung führt ebenfalls schnell zu Kopfschmerzen. Ein Sehtest beim Augenarzt kann hier Aufschluss geben.

Treten die Kopfschmerzen fast täglich auf, halten sie über viele Stunden an oder sind so schwer, dass das Kind nicht nur Schule gehen kann, sollte jedoch ein Arzt hinzugezogen werden um mögliche ernsthafte Krankheiten auszuschließen.

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