Umzug in ein anderes Bundesland: So klappt der Schulwechsel

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War es noch vor einiger Zeit üblich, dass Menschen ihr ganzes Leben in der gleichen Region verbrachten und Kinder des Öfteren mit Lehrern zu tun hatten, die bereits ihre eigenen Eltern unterrichtet hatten, sind Erwachsene heute viel mobiler: Vor allem aus beruflichen Gründen ziehen viele Menschen kreuz und quer durch Deutschland und wechseln dabei auch das Bundesland. Was für sie nicht weiter ins Gewicht fällt, kann für schulpflichtige Kinder jedoch zur Hölle werden, denn die Bundesländer wursteln in Sachen Schulpolitik nach wie vor unabhängig voneinander herum. So kann das Kind bislang Klassenbester in Mathematik gewesen sein und stellt im neuen Bundesland auf einmal fest, dass es ein Jahr hinterher hinkt. Auf der anderen Seite ist es womöglich in Physik weit voraus und langweilt sich im Unterricht entsetzlich.

Schulwechsel in ein anderes Bundesland gut vorbereiten

Stehen am zukünftigen Wohnort mehrere Schulen in der gewünschten Schulform zur Auswahl, sollten Eltern mit den jeweiligen Schulen Kontakt aufnehmen und sich über die Lehrpläne und Angebote informieren. Bei der Grundschule ist generell der Wohnort bzw. das Viertel für die Schulwahl bestimmend. Nur in Ausnahmefällen kann eine Grundschule außerhalb des eigenen Schulbezirks besucht werden. Für Eltern kann es daher hilfreich sein, sich in der neuen Stadt über verschiedene Grundschulen und ihre Angebote zu informieren und dann eine Wohnung oder ein Haus im entsprechenden Schulbezirk zu wählen.

Ist schon früh klar, dass das Kind in einem Fach große Rückstände aufholen muss, können die Eltern mit ihm möglicherweise schon vorarbeiten. Dies gilt zum Beispiel, wenn das Kind in der eigenen Grundschule noch keinen Englischunterricht hatte, während im neuen Bundesland Englisch schon ab der dritten Klasse gelehrt wird. Wechselt es dann in eine 4.Klasse, können die Eltern ihm vorab schon Basiskenntnisse in Englisch beibringen, so dass es mithalten kann.

Auf die Lieblingsfächer der Kinder Rücksicht nehmen

Bei älteren Kindern sollte darauf geachtet werden, dass die neue Schule die Lieblingsfächer der Kinder anbietet. Wenn ein Schüler beispielsweise mit Feuereifer Spanisch lernt und in der neuen Schule neben Englisch nur Französisch und Latein angeboten werden, sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Kinder mit großem Interesse an technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, sollten eine Schule mit entsprechender Ausstattung besuchen können und keine Schule, in der die Computer aus dem Jahr 1996 stammen und das Chemielabor seit Schuleröffnung 1980 nicht mehr erneuert wurde.

Und was ist mit der umstrittenen Empfehlung?

Immer mehr Eltern legen größten Wert darauf, dass ihr Kind das Gymnasium besucht. Erhält das Kind vom Lehrer eine Empfehlung für die Haupt- oder Realschule, wird sich dann schnell darüber hinweg gesetzt. Der Sinn dieser Aktion ist ein Thema für sich. Zu beachten bei einem Umzug ist, dass die Bundesländer mit diesen Empfehlungen unterschiedlich umgehen: In Bayern oder Sachsen ist die Empfehlung des Lehrers zum Beispiel verbindlich. Zieht eine Familie also beispielsweise aus dem Norden nach München wenn das Kind vor dem Wechsel in die weiterführende Schule steht und das Kind hat lediglich eine Empfehlung für die Realschuhe bekommen, so können die Eltern es nicht aufs Gymnasium schicken. In anderen Bundesländern ist dies hingegen möglich.

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