Nach Helikopter Eltern nun die Schneepflug Eltern

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Als „Helikopter Eltern“ werden jene Eltern bezeichnet, die wie ein Hubschrauber ständig über ihren Kindern kreisen und scheinbar jede Bewegung überwachen. Besonders Lehrer, Kita-Personal und Kindergärtnerinnen fürchten die Helikopter Eltern, die sich in alles einmischen und alles besser wissen. Doch neben den Helikopter Eltern haben Psychologen nun einen weiteren Eltern-Typus

identifiziert, der auf lange Sicht große Schäden anrichten kann: Die Schneepflug-Eltern.

Kinder dürfen nicht überbehütet werden

Der britische Lehrer und Autor David McCullough erfand den Begriff der Schneepflug-Eltern für sein neues Buch, in dem er auf die Gefahren des Überbehütens hinweist. Wie Schneepflüge den Weg für Autos freibahnen, wollen die Eltern den Weg für ihre Kinder freibahnen und ihnen sämtliche Unannehmlichkeiten aus dem Weg räumen. Mit dem Resultat, dass die Kinder bis ins Erwachsenenalter unselbständig bleiben und mit Niederlagen nicht umgehen können.

Keine Freiräume mehr für Kinder

Eltern geben nicht nur in der Schule die Richtung vor – gute Noten um aufs Gymnasium zu kommen und ein gutes Abitur um einen guten Studienplatz zu sichern – sondern immer häufiger auch in der Freizeit. Schließlich machen teure Hobbys wie Ballett, Reiten, Klavierstunden oder Tennis mehr daher als scheinbar proletarische Hobbys wie Fußball oder der Zeitvertreib mit der Spielkonsole. Auf der Strecke bleibt dabei die kindliche Neugier auf neue und andere Dinge und auf das Ausprobieren. Schließlich haben es die Kinder gelernt, sich voll und ganz auf ihre Eltern zu verlassen, die die Auswahl für sie treffen.

Der Kult des Besonderen

Eine weitere Ursache ist das Streben der Schneepflug-Eltern danach, dass ihr Kind etwas „Besonderes“ sein soll – was sich eben auch in guten Noten und extravaganten Hobbys widerspiegelt. Dieser Zwang, nur ja nicht durchschnittlich zu sein, führt dazu, dass Kinder auf Dauer große Ängste entwickeln, weil sie fürchten, eben doch nur normal zu sein. Noch im erwachsenen Alter, auf der Universität, hadern diese jungen Menschen stark mit sich selbst und hoffen noch immer auf Orientierungshilfe von Mama und Papa, sowie auf die Unterstützung der Lehrer und Dozenten. Schließlich haben sie gelernt, dass immer private Nachhilfelehrer für sie bereit stehen um ihnen weiterzuhelfen.

In letzter Konsequenz führt dies zu der heute weitverbreiteten Kultur, nur ja keine Verantwortung zu übernehmen. Wenn etwas schief läuft, sind grundsätzlich die anderen schuld. Denn Mama und Papa haben ja immer gesagt, das man etwas ganz Besonderes ist.

Kindern freien Lauf lassen

Was also können Eltern tun? Die Antwort liegt auf der Hand: Kinder müssen genug Freiräume haben um sich selbst zu entwickeln. Dazu gehört vor allem der Freizeitbereich: Kinder sollten ihre eigenen Hobbys aussuchen dürfen und eigene Spielkameraden. Und vor allem müssen sie lernen, mit Niederlagen umzugehen – denn diese werden sich später im Leben nicht vermeiden lassen. Wer jedoch früh gelernt hat, dass sich die Welt nicht um sie dreht und dass jeder für seine eigenen Fehler verantwortlich ist, wird als Erwachsener umso konstruktiver und engagierter auf eigenen Beinen stehen können.

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