Mein Kind will nicht mehr in den Kindergarten – was nun?

Kind will nicht in die Kita

Oft trifft es die Eltern wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Von heute auf morgen weigert sich das Kind, in den Kindergarten zu gehen. Wird es gezwungen, folgt unweigerlich lautes
Protestgeheul. Was nun?

Streikt das Kind, ist Ursachenforschung angesagt

Im Idealfall reicht es schon, das Kind zur Rede stellen. Aber bitte in freundlichem, geduldigem Ton und nicht entnervt am Morgen, wenn der Streik gerade erst begonnen hat. Ideal ist ein Zeitpunkt am späteren Nachmittag, wenn das Kind den Tag im Kindergarten verdaut hat und bis zum Schlafengehen noch etwas Zeit ist. Möglicherweise hat sich das Kind mit der besten Freundin gestritten oder wird von einem anderen Kind schikaniert.

In ersterem Fall dauert es meist nur einige Tage bis sich die kleinen Streithähne wieder versöhnen und auch die Lust auf den Kindergarten wieder kommt. Gibt es jedoch Ärger mit einem anderen Kind, sollte erst einmal mit der Kindergärtnerin gesprochen werden um eine erwachsene Meinung zu hören und sie bitten, in den kommenden Tagen zu beobachten, ob ein dominantes Kind wirklich für Ärger sorgt.

Die Kindergärtnerin ist auch die erste Ansprechpartnerin, wenn das Kind keine Auskunft geben kann oder will, warum es sich dem Kindergarten verweigert. Vielleicht ist dem Kind auch ein Missgeschick passiert, über das es nicht sprechen will und wegen dem es sich nicht mehr im Kindergarten blicken lassen will.

Allgemeine Integrationsprobleme im Kindergarten

Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich das eigene Kind aus irgendwelchen Gründen einfach nicht in die Gruppe integrieren kann oder will. Gerade Einzelkinder, die bislang nur von Erwachsenen umgeben waren und im Zentrum der Aufmerksamkeit standen, tun sich oft schwer mit einer größeren Gruppe. Diese Kinder benötigen zumeist einfach nur Zeit, sich an die neuen Umstände anzupassen.

Manchmal kann es auch helfen, das Kind früher in den Kindergarten zu bringen: Je später es kommt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich schon Grüppchen gebildet haben, die keine Neulinge mehr aufnehmen wollen. Kinder, die als erste da sind und sich möglicherweise auch schon ein gerade sehr angesagtes Spielzeug gesichert haben, werden eher umworben.

Keine Lust mehr auf „Kinderkram“

Viel hängt auch vom Alter des Kindes ab: Kleine Kinder, die mit zwei oder drei Jahren zum ersten Mal in den Kindergarten oder in eine Kita kommen, leiden schnell unter Trennungsangst. Wenn es ihnen jeden Morgen der Abschied von Mama oder Papa das Herz zerreißt, ist die Weigerung in den Kindergarten zu gehen, nicht weit. Da müssen jedoch alle durch. Oft hilft es, dem Kind ein Lieblingskuscheltier mitzugeben und sich für den Nachmittag kleine Belohnungen für das „Durchhalten“ auszudenken. Zum Beispiel jeden Nachmittag einen Glitzerstern auf eine Karte kleben, die, wenn sie voll ist, gegen ein kleines Geschenk eingetauscht wird.

Bei älteren Kindern kann es sich jedoch auch ganz einfach um eine gewisse Kindergartenmüdigkeit handeln: Nach zwei Jahren kennt das Kind sämtliche Gruppenspiele und das Spielmaterial im Kindergarten in- und auswendig. Es sehnt sich danach, endlich zur Schule gehen zu dürfen und zu den „Großen“ zu gehören. Auch hier können Durchhalteparolen helfen, zum Beispiel in dem das Kind Glitzersterne sammelt, die dann gegen Schulmaterialien eingetauscht werden können.

Ganz wichtig ist jedoch, dem Kind nicht nachzugeben: Wer ihm einmal gestattet, zuhause zu bleiben, wird anschließend immer wieder vor Kämpfen stehen – denn das Kind weiß, es ist ihm schon einmal gelungen, seinen Willen durchzusetzen.

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