Kinder gesund ernähren: Leichter gesagt als getan

Ernaehrug

Kinder und das Essen: Ein heikles Thema. Die Eltern möchten, dass sich der Nachwuchs möglichst gesund und vitaminreich ernährt, doch die Kinder beharren auf Nudeln mit Ketchup oder Hot Dogs. Was tun? Schließlich sollen die eigenen Kinder später nicht zu den früh verfetteten Jugendlichen gehören, die beim Schulsport gnadenlos gehänselt

werden und mit 20 Jahren Diabetes entwickeln, doch genauso wenig sollen die Teenie-Töchter später Magersucht entwickeln und eine völlig überzogene Besessenheit zum scheinbar gesunden Essen.

Essen appetitlich präsentieren

Kinder setzen am liebsten auf vertraute Kost, die ihnen schmeckt – und auf appetitlich aussehendes Essen. Dass Spinat so gerne verweigert wird, liegt oft weniger am Geschmack als am Aussehen, denn der grüne „Matsch“ wirkt nun einmal nicht sehr appetitlich. Hilfreich kann es sein, die Mahlzeiten ganz besonders appetitlich anzurichten, zum Beispiel aus Obst oder Gemüse ein lachendes Gesicht zaubern oder Pfannkuchen in Dinosaurierform backen, deren grüne Schuppen aus Gemüse bestehen.

Werden neue Lebensmittel präsentiert und erstmal verweigert, sind Kompromisse angebracht: Das Kind sollte das Neue erst einmal ausprobieren und wenn es ihm dann wirklich nicht schmeckt, darf es auch verweigert werden. Schließlich haben auch Erwachsene immer wieder schwer zu definierende Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel wie Brokkoli, Spargel oder Rosenkohl.

Manchmal hilft es auch, ein wenig herum zu probieren: Wer einem Kind direkt einen kompletten Fisch samt Kopf mit weitaufgerissenem Auge hinstellt, muss sich nicht wundern, wenn das Kind den Fisch verweigert. Viel sinnvoller ist es daher, das Kind erstmal mit Fischstäbchen an Fisch zu gewöhnen und dann allmählich an komplette Fische heranzuführen. Und auch verschiedene Fischsorten und Zubereitungen auszuprobieren um herauszufinden, was dem Kind schmeckt und was nicht.

Kindern nicht die eigene Philosophie aufzwingen

Eltern, die einer bestimmten Ernährungsphilosophie anhängen, wollen diese oft auch dem Nachwuchs aufzwingen. Sicher ist es möglich, auch Kinder schon vegan zu ernähren, doch dem Kind wird in den seltensten Fällen ein Gefallen getan: Das was zuhause „verboten“ ist, übt dann erst recht einen großen Reiz auf das Kind aus, zumal wenn alle anderen Kinder Wurststullen mit in die Schule bringen oder in der Schulkantine mittags nun mal Käse-Nudeln serviert werden. Besser ist es, das Kind selbst ausprobieren zu lassen, was ihm schmeckt. Entfällt der Reiz des Verbotenen, wird sich so manches Kind auch freiwillig von fettigen Würstchen abwenden und Muttis Gemüse-Lasagne bevorzugen.

Essstörungen bei Kindern erkennen

Zwar ist es tatsächlich möglich, dass schon Kleinkinder eine Essstörung entwickeln, doch Eltern sollten sich durch einschlägige Berichte in den Medien nicht irre machen lassen. Die meisten Kinder durchlaufen Trotzphasen, in denen sie auch das Essen verweigern oder bestimmte Lebensmittel zurückweisen. Je mehr Druck dann auf die Kinder ausgeübt wird, umso eher kann sich aus dieser Trotzphase eine echte Essstörung entwickeln. Daher ist es besser, zunächst einmal locker zu bleiben. Nur wenn das Kind dauerhaft das Essen verweigert oder sich zum „Vielfraß“ entwickelt, der zwischendurch und sogar heimlich immer wieder Essen in sich hineinstopft, ist es an der Zeit, professionellen Rat zu suchen und Ursachenforschung zu betreiben.

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