Gedrängel in der Stadt – und plötzlich ist das Kind weg!

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Gerade in der Vorweihnachtszeit platzen die Einkaufsstraßen aus allen Nähten und auf den Weihnachtsmärkten herrscht fürchterliches Gedrängel. Für Eltern gibt es kein schlimmeres Szenario als das plötzlich in der Menschenmenge verschwundene Kind. Ein Szenario, das auch in den anderen Jahreszeiten schnell droht, zum Beispiel auf Jahrmärkten oder in Freizeitparks.

Kinder bei Ausflügen gut vorbereiten

Vor einem Besuch auf der Kirmes oder dem Weihnachtsmarkt, sollte das Kind auf die Möglichkeit vorbereitet werden, dass es die Eltern aus den Augen verliert. Idealerweise wird ein Treffpunkt vereinbart, der dem Kind vertraut ist – zum Beispiel ein zentraler Brunnen auf dem Weihnachtsmarkt, ein Denkmal oder der Eingang einer Kirche oder eines Geschäftes.

Sehr nervenschonend kann es auch sein, dem Kind zumindest für solche Ausflüge ein eigenes Handy mitzugeben, zum Beispiel ein älteres Handy von Mama oder Papa mit einer Prepaid-Karte. So kann zumindest Kontakt aufgenommen werden, so dass Kind beschreiben kann, wo es sich gerade befindet und die Eltern dorthin dirigiert. Alternativ sollte dem Kind zumindest ein Zettel mit Name, Anschrift und Handynummer der Eltern in die Tasche gesteckt werden. Bittet das Kind eine andere Person um Hilfe, kann diese die Nummer mit dem eigenen Handy anrufen.

Kinder ansprechen oder nicht?

Die Medien haben in den letzten Jahren ein Klima der Angst erzeugt. Gerade Männer trauen sich oft nicht mehr, ein fremdes Kind anzusprechen, das scheinbar verloren gegangen wird – zu groß ist die Gefahr, gleich für einen Kinderschänder gehalten zu werden. Umgekehrt schärfen Eltern ihren Kindern immer wieder ein, sich nur ja nicht von Fremden ansprechen zu lassen oder mitzugehen. Dies kann dann dazu führen, dass sich das Kind weigert, von einem hilfsbereiten Fremden zu den Polizisten geführt zu werden, die in der Nähe das Treiben beaufsichtigen. Eine klare Richtlinie gibt es hier natürlich nicht. Generell sollte den Kindern eingeschärft werden, sich eher an Polizisten zu wenden (wenn welche unterwegs sind), an die Betreiber der Kirmesbuden oder Marktstände, oder an Familien, die selbst mit kleinen Kindern unterwegs sind.

Je kleiner das Kind, umso weniger geschärft ist sein „siebter Sinn“, was Fremde betrifft. Ist das eigene Kind sehr offen und freundlich zu Jedermann, ist es vermutlich sinnvoller, ihm ein gesundes Misstrauen einzuimpfen. Umgekehrt sollte einem sehr schüchternen ruhigen Kind beigebracht werden, dass es in einer Notlage durchaus eine fremde Person um Hilfe bitten kann.

Kinder an die Leine

In anderen Ländern völlig normal, in Deutschland dagegen oft verpönt ist der „Sicherheitsgurt“ für Kinder. Kritiker sehen darin eine Art Hundeleine oder gar Fessel. Dabei kann dieser Gurt gerade im Gedrängel die ideale Lösung für Kinder sein, die zu alt sind um ständig im Buggy zu sitzen, aber noch so klein, dass sie schnell verloren gehen. Mit dem Gurt haben sie weit mehr Bewegungsfreiheit als wenn sie sich ständig an die Elternhand klammern müssen und die Eltern haben zugleich das beruhigende Gefühl, das Kind dennoch im Griff zu haben. Allerdings sollte die Leine auch wirklich nur in Situationen mit dichtem Gedränge verwendet werden und nicht bei jedem Ausflug an die frische Luft.

Zum Abschluss noch eine beruhigende Statistik: 99 Prozent aller vermissten Kinder werden innerhalb kürzester Zeit gefunden und den Eltern zurückgegeben.

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